Wie ist Cremona
Cremona ist eine liebenswerte, charmante und recht schrullige Maremmano-Mischlingshündin. Mit ihren zehn Jahren weiß sie ziemlich genau, was sie möchte – und manchmal eben auch sehr genau, was sie nicht möchte.
Menschen, denen sie vertraut, begegnet Cremona unglaublich anhänglich und verschmust. Sie sucht die Nähe, lehnt sich gerne an ihre Menschen und liebt ausgiebige Kuscheleinheiten. Ein gemütlicher Platz auf der Couch und ihre Menschen in der Nähe – damit ist Cremona schon ziemlich glücklich.
Im Alltag ist sie eine angenehm anspruchlose Begleiterin. Sie ist stubenrein, fährt gerne im Auto mit, kann einige Stunden alleine bleiben und beherrscht ihre Grundkommandos. Sie braucht kein großes Unterhaltungsprogramm: entspannte Spaziergänge, ein geregelter Alltag, ein gemütliches Zuhause und gerne ein Garten mit einem geschützten Plätzchen reichen ihr vollkommen.
Wasser liebt Cremona sehr – Regen und Gewitter dagegen überhaupt nicht. Dann möchte sie am liebsten einfach ihre Ruhe haben.
Bei Spaziergängen ist sie für erfahrene Menschen gut einzuschätzen. Ruhigen Hunden begegnet sie meist entspannt, bei hektischen, aufgeregten oder aggressiv auftretenden Hunden möchte sie lieber Abstand und kann dies auch deutlich zeigen.
Mit Katzen kann Cremona zusammenleben, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Katzen sollten Hunde wirklich kennen, souverän mit ihnen umgehen und vor allem nicht vor Cremona weglaufen. Mit den Katzen ihrer Pflegestelle funktioniert das Zusammenleben gut, große Freundschaften sind daraus allerdings nicht entstanden. Verhalten sich die Samtpfoten aus Cremonas Sicht allzu merkwürdig, werden sie immer noch verbellt.
Cremona ist und bleibt eine Herdenschutzhündin. Sie ist selbstständig, selbstbewusst und trifft gerne eigene Entscheidungen. Und genau hier liegt auch ihre schwierige Seite:
Gibt man Cremona den sprichwörtlichen kleinen Finger, nimmt sie schnell den ganzen Arm.
Bekommt sie zu viele Freiheiten und fehlen klare Grenzen, beginnt sie, ihre Welt nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Privilegien, die sie einmal für sich beansprucht hat, gibt sie nicht unbedingt freiwillig wieder her.
Ist Cremona mit einer Situation nicht einverstanden, zeigt sie das deutlich. Sie kommuniziert über ihre Körpersprache und Knurren – in Konfliktsituationen kann sie aber auch schnappen und beißen.
Das gehört zu Cremona und muss von zukünftigen Interessenten ernst genommen werden.
Cremona's Ankunft
Nach zwei Jahren des Wartens war es endlich so weit: Wir holten Cremona aus Düren ab. Damals hatte unser Rudel – und auch Cremona selbst – uns einen deutlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Alle Beteiligten waren sich einig: Wir leben auf keinen Fall zusammen!
Nun hat sich unsere Situation verändert. Wir haben die Möglichkeit, die Hunde getrennt zu halten, und damit auch die Chance, Cremona aufzunehmen. Mit vorsichtiger Hoffnung schauen wir nach vorne – vielleicht gelingt es Cremona und Albano ja, sich zumindest zu tolerieren und sich gegenseitig Gesellschaft zu leisten. Ohne Druck, ohne Erwartungen.
Die rund drei Stunden Autofahrt meisterte Cremona hervorragend. Ruhig und gelassen kam sie bei uns an und nahm sich erst einmal viel Zeit, unseren großen Hof ausgiebig zu beschnüffeln. Die erste Nacht verlief erstaunlich ruhig: kein Bellen, keine Unruhe – Cremona schlief entspannt in ihrem Körbchen.
Der Morgenspaziergang war deutlich aufregender. Bei uns riecht es überall nach Reh, Waschbär und vielem mehr, und Cremona sog all diese Eindrücke sichtbar auf. Auch eine besonders schöne Stelle zum Wälzen wurde direkt gefunden – danke dafür, Cremona :-) Sieht toll aus auf den Fotos...
Die erste Begegnung mit Albano verlief wie erwartet. Cremona zeigte deutlich die Zähne, konnte aber ruhig an der Leine in seiner Nähe bleiben. Albano selbst ist noch unschlüssig. Grundsätzlich mag er Mädels – nur keifen sollten sie bitte nicht.
Wie auch immer es sich entwickeln wird: Die beiden haben alle Zeit der Welt. Und genau diese Ruhe und Geduld wollen wir ihnen geben.
Wen suchen wir für Cremona:
Für Cremona suchen wir ganz ausdrücklich keine Hundeanfänger.
Wir suchen Menschen mit wirklich fundierter Hundeerfahrung, idealerweise mit Herdenschutzhunden oder anderen selbstständigen, durchsetzungsstarken und nicht immer einfachen Hunden.
Menschen, die einen Hund lesen können und nicht erst reagieren, wenn eine Situation bereits eskaliert ist.
Cremona braucht vom ersten Tag an klare Regeln, Konsequenz, Ruhe und vor allem Standhaftigkeit. Bei ihr funktioniert es nicht, zunächst alle Türen zu öffnen, sie mit Freiheiten und Privilegien zu überschütten und später zu versuchen, diese wieder einzuschränken.
So verständlich der Wunsch ist, einem zehnjährigen Hund endlich „nur noch das schöne Leben“ zu schenken: Bei Cremona bedeutet ein schönes Leben nicht, alles zu dürfen.
Für Cremona bedeutet Sicherheit, genau zu wissen, woran sie ist.
Wir suchen deshalb Menschen, die liebevoll sein können, ohne nachgiebig zu werden. Die konsequent sind, ohne hart oder unfair zu sein. Menschen, die sich auch von Cremonas unglaublich charmanter und verschmuster Seite nicht dazu verleiten lassen, notwendige Grenzen aufzuweichen.
Denn Cremona kann sehr überzeugend sein. Und genau deshalb braucht sie jemanden, der ihr auch dann freundlich und souverän ein Nein geben kann, wenn sie gerade der Meinung ist, ein Ja wäre wesentlich schöner.
Eine Vermittlung ist bereits gescheitert, weil dieses Zusammenspiel nicht funktioniert hat. Deshalb möchten wir diesmal keine Kompromisse eingehen und Cremonas schwierige Seiten auch nicht beschönigen.
Cremona ist inzwischen zehn Jahre alt. Wir wünschen uns so sehr, dass sie ihren Lebensabend nicht bei uns verbringen muss.
Sie braucht eigentlich nicht viel: einen ruhigen Platz, ihre Couch, Spaziergänge, vielleicht einen Garten und Menschen, die sie lieben.
Aber diese Menschen müssen wissen, was sie tun.
Wir suchen die berühmte Nadel im Heuhaufen: erfahrene, souveräne Menschen, die Cremona nicht verändern wollen, sie aber ebenso wenig ihre eigenen Regeln aufstellen lassen.
Menschen, die ihr vermitteln:
„Ich liebe dich so, wie du bist. Aber ich gebe dir die Sicherheit und die Grenzen, die du brauchst.“
Wer genau diese Erfahrung mitbringt und Cremona ein Zuhause für ihren Lebensabend schenken möchte, darf unsere besondere alte Dame sehr gerne kennenlernen.
Was bisher geschah:
Cremonas Geschichte begann auf der Insel Sardinien. Dort lebte sie zunächst in einem kleinen Gehege und wurde täglich von zwei Frauen versorgt. Trotz schwieriger Umstände zeigte sie früh eine starke Überlebensfähigkeit. Besonders prägend war ihre Rettung nach einem schweren Unwetter, bei dem sie fünf Tage lang den Fluten ausgesetzt war.
Im Alter von drei Jahren kam Cremona nach Deutschland. Ihre erste Adoption scheiterte bereits nach wenigen Tagen, da die neuen Halter mit ihrem Verhalten gegenüber einem kleinen Hund überfordert waren. Anschließend zog sie zu einem älteren Ehepaar, das ländlich mit großem Garten lebte. Trotz guter Absichten gelang es den beiden nicht, sich ausreichend durchzusetzen. Cremona begann, ihre Bezugspersonen stark zu beschützen, und auch das Führen an der Leine stellte eine große Herausforderung dar. Schließlich folgte ein weiterer Umzug.
Nach dem Auszug bei ihren zweiten Adoptanten lebte Cremona in einer Hundepension bei Düren, jahrelang...
Im Jahr 2022 wurde Cremona in der WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ vorgestellt, doch auch dadurch fand sich noch kein dauerhaftes Zuhause.
Vermittlung über:
Streunerherzen e.V.
Stefanie Richter
Telefon: (0177) 32 68 50 9
E-Mail: stefanie.richter@streunerherzen.com






























































