Gigio's - in kleinen Schritten zum Maremmano
Der kleine große Mann ist angekommen – noch nicht ganz, aber man merkt deutlich, wie viel er in den letzten Wochen schon gelernt hat. Schritt für Schritt gewinnt Gigio an Selbstvertrauen und beginnt, sich in seiner neuen Welt zurechtzufinden.
Auch im Haus zeigen sich erste Veränderungen: Lag er anfangs noch ausschließlich auf dem kahlen Boden, hat er mittlerweile zumindest einen dickeren Teppich als Liegeplatz akzeptiert. Dinge wie Komfort und „Gemütlichkeit“ sind für ihn noch immer ungewohnt, aber er macht kleine Fortschritte.
Ein besonderes Kapitel war auch die Fellpflege: Gigio wurde geduscht und im hinteren Bereich geschoren, da sein Fell durch seine gelähmte Rute stark in Mitleidenschaft gezogen war. Er hat das alles stoisch und ruhig über sich ergehen lassen – fast so, als hätte er geahnt, dass es ihm danach besser geht. Über das neue Aussehen lässt sich vielleicht streiten, aber das bessere Gefühl steht klar im Vordergrund.
Wir haben festgestellt, dass Gigio in Stresssituationen gelegentlich Kot verliert. Mit zunehmender Ruhe, Struktur und angepasstem Futter hat sich das jedoch bereits deutlich verbessert und ist inzwischen auf ein Minimum reduziert. Dabei zeigt er sich völlig unkompliziert und lässt sich problemlos sauber machen. Wir gehen davon aus, dass sich dieses kleine Handicap weiter verbessert, je sicherer und entspannter er wird.
Im Rudel hat Gigio ebenfalls große Fortschritte gemacht. Seine anfängliche Unsicherheit weicht zunehmend einer klareren Orientierung, und er beginnt, seinen Platz zu finden. Besonders mit dem jungen Rüden Lino „diskutiert“ er gelegentlich seine Position – alles im absolut normalen Rahmen. Generell ist Gigio aber kein Hund, der sich stark an anderen orientiert. Er macht eher sein eigenes Ding und begegnet auch fremden Hunden, beispielsweise auf der Hundewiese, neutral und unaufgeregt. Ein vorhandener Zweithund ist daher möglich, aber keine Voraussetzung für sein Glück.
Im Alltag zeigt sich Gigio insgesamt ruhig und angenehm. Im Haus verhält er sich entspannt und ist – bis auf sein kleines Handicap – zuverlässig stubenrein. Autofahren meistert er, als hätte er nie etwas anderes gemacht, und auch Katzen sind für ihn völlig unproblematisch. Pflege wie Bürsten oder allgemeine Fellpflege lässt er entspannt zu. Am liebsten bewegt er sich ruhig durch den Garten, beobachtet seine Umgebung oder liegt entspannt an seinem Platz.
Gleichzeitig zeigen sich immer mehr typische Eigenschaften eines Maremmano-Mischling: Gigio wird wachsamer und meldet, wenn ihm etwas ungewöhnlich erscheint, etwa hinter dem Zaun. Er ist kein Hund, der Grenzen aktiv austestet, braucht aber dennoch klare Führung und Menschen, die ihm Sicherheit geben und ihm helfen, die richtigen Entscheidungen in unserer Welt zu treffen.
Insgesamt entwickelt sich Gigio zu einem immer sicherer werdenden, ruhigen und sehr besonderen Begleiter – auf seine eigene, leise Art.
Gigio's Ankunft – Alles ist gruselig
Für Gigio begann mit seiner Ankunft eine völlig neue Welt – und damit auch ein kleiner Kulturschock. Plötzlich war alles da, was er bisher kaum oder gar nicht kannte: ein Haus, verschiedene Räume, Menschen, andere Hunde, Katzen, Autos und all die Geräusche und Eindrücke des Alltags. Vieles davon beobachtet er im Moment noch mit großen Augen und vorsichtiger Zurückhaltung. Er lässt die neue Welt erst einmal über sich ergehen und versucht, all die Eindrücke zu verarbeiten.
Spaziergänge findet Gigio überraschend spannend und geht gerne mit nach draußen. Allerdings ist da noch dieses „komische Ding“, das ihn immer nah beim Menschen hält – die Leine. Sie ist ihm noch etwas suspekt, aber er akzeptiert sie und läuft tapfer mit, während er Schritt für Schritt seine Umgebung erkundet.
Auch die Katzen im Haushalt hat Gigio inzwischen kennengelernt. Sie dürfen mittlerweile ganz selbstverständlich an ihm vorbeilaufen oder sogar über ihn hinwegsteigen – wirklich interessieren scheint ihn das alles nicht. Er nimmt es gelassen hin.
Im Haus selbst zeigt sich Gigio noch sehr vorsichtig und eingeschüchtert. Meist liegt er ruhig in „seiner“ Ecke und beobachtet alles aus sicherer Entfernung. Dinge, die für viele Hunde selbstverständlich sind, sind für ihn noch völlig neu: Ein Körbchen zum Beispiel – wozu soll das gut sein? Auch eine weiche Decke erscheint ihm noch ziemlich seltsam. Komfort, wie ihn viele Hunde lieben, kennt er schlichtweg nicht.
Trotzdem versuchen wir, ihm langsam zu zeigen, dass die Welt mehr bereithält als nur eine sichere Ecke. Mit Geduld, kleinen Schritten und viel Ruhe darf Gigio lernen, dass Nähe, ein weiches Plätzchen und gemeinsame Zeit mit Menschen etwas Schönes sein können. Auch wenn er unser „Zwingen zu seinem Glück“ vermutlich noch nicht ganz versteht – wir sind sicher, dass er nach und nach entdecken wird, wie viel mehr das Leben für ihn bereithält.
Wen suchen wir für Gigio:
Gigio sucht Menschen mit Erfahrung, Geduld und einem großen Herzen – Menschen, die verstehen, wo er herkommt, und die bereit sind, ihm die Welt Schritt für Schritt näherzubringen. Bisher kennt er kaum etwas von dem, was für andere Hunde selbstverständlich ist: kein richtiges Zuhause, keine Spaziergänge, keine Leine und nur sehr wenige Alltagsreize. Vieles wird für ihn neu sein, und genau deshalb braucht er Menschen, die ihm Sicherheit geben, ihn nicht überfordern und ihm die Zeit lassen, die er braucht, um Mut und Vertrauen zu entwickeln.
Mit liebevoller Begleitung, Ruhe und Beständigkeit wird Gigio lernen, Vertrauen zu fassen und seinen eigenen Platz im Leben zu finden. Dann kann aus dem vorsichtigen jungen Rüden ein sanfter, treuer und unglaublich wertvoller Begleiter werden – ein Hund, der mit seinem warmen Wesen und seiner leisen Stärke das Herz seiner Menschen tief berührt.
Da Gigio ein Maremmano-Mischling ist, sind uns einige Voraussetzungen besonders wichtig:
- möglichst ein freistehendes Haus mit großzügigem, sicher und hoch eingezäuntem Gartengrundstück
- klare Menschen, die in ihrer Kommunikation mit dem Hund konsequent und eindeutig sind
- hundeerfahrene Menschen
- Menschen, die keinen reinen „Befehlsempfänger“ suchen, sondern einen Hund akzeptieren, der selbstständig denkt und handelt
- Menschen, die Vertrauen gegen Vertrauen setzen und eine intensive Bindung zu einem Herdenschutzhund aufbauen möchten
- Gigio sollte als Familienhund leben dürfen und nicht ausschließlich auf dem Grundstück gehalten werden
- tägliche Spaziergänge sollten selbstverständlich sein
- eine eher ländliche Umgebung
Mit den richtigen Menschen an seiner Seite hat Gigio alle Voraussetzungen, sich zu einem wunderbaren Begleiter zu entwickeln.
Was bisher geschah:
Gigio und seine Schwester Gigia Bianca wurden im Alter von nur sieben Wochen ausgesetzt und allein vor einer Bar gefunden. Zum Glück wurden die beiden rechtzeitig entdeckt und in das Tierheim L.I.D.A. in Olbia auf Sardinien gebracht. Dort sind sie erstmals in Sicherheit – mit Futter, medizinischer Versorgung und einem geschützten Platz. Seitdem wächst Gigio im Tierheim auf. Er zeigt sich als sanfter, vorsichtiger junger Rüde, der den Kontakt zu Menschen sucht, aber noch lernen muss, Vertrauen zu fassen und die Welt außerhalb des Zwingers kennenzulernen.
Vermittlung über:
Streunerherzen e.V.
Stefanie Richter
Telefon: (0177) 32 68 50 9
E-Mail: stefanie.richter@streunerherzen.com































































